Ein Leben zwischen den Systemen: geboren in Ost-Berlin, aufgewachsen zwischen Müggelsee, Pionierausweis und frühen Zweifeln, gerät der Erzähler immer wieder an die Bruchstellen deutscher Geschichte. Er studiert Philosophie, glaubt an einen menschlichen Sozialismus, wird gemaßregelt, ausgebremst, hinausgeworfen – und findet doch stets neue Wege: in Forschung, Rundfunk, Film, London, New York, Mecklenburg und zurück in die eigene Erinnerung.
Mit Genauigkeit und trockenem Witz erzählt dieses Buch von Kindheit und Kriegsschatten, von Parteiinstanzen und Stasi-Sprech, von Künstlern, Filmemachern, Exilanten, jüdischen Kommunisten, ostdeutschen Träumern und westlichen Verheißungen. Es führt von der Berliner S-Bahn nach Williamsburg, vom Warburg Institute in London zur Giftmülldeponie in Brüchau, von Wehrmachtskoffern zu FBI-Akten einer Emigrantin.
So entsteht keine glatte Autobiografie, sondern ein vielstimmiges Zeitbild: persönlich, politisch, widersprüchlich, komisch und schmerzhaft. Geschichte erscheint hier nicht als Lehrbuch, sondern als Zumutung im Alltag – in Gesprächen, Akten, Irrtümern, Reisen, Filmen, Lieben und Abschieden.
Ein Erinnerungsbuch über Herkunft und Haltung, linke Hoffnungen und ihre Beschädigungen, den Eigensinn des Erzählens – und über einen Autor, der immer wieder aus Institutionen herausfällt und gerade dadurch seinen Stoff findet.
Ein Ossi im Orientexpress
Neuerscheinung
Ein Ossi im Orientexpress
15,5 x 23 cm, Broschur, 296 Seiten, 95 Abbildungen
ISBN: 978-3-911542-00-5
34,00 €
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Ein Ossi im Orientexpress
15,5 x 23 cm, Broschur, 296 Seiten, 95 Abbildungen