Das neue Standardwerk zur Volksmusikforschung

Sackpfeifer, Bierfiedler, Stadtmusikanten

Volksmusik und Volksmusikanten im frühneuzeitlichen Mecklenburg

276 Seiten, Hardcover, 15,5 x 23 cm, 60 Abbildungen, Musikanten- und Ortsregister

978-3-940207-71-5
Preis:39,80 €

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Sackpfeifer – Bierfiedler – Stadtmusikant. Ein Musikant konnte vieles sein in Mecklenburg zwischen 1500 und 1800. Blies der Hirte die Sackpfeife für seine Herde, so geigte der Fiedler einer Hochzeitsgesellschaft zum Tanze. War der eine Musikant verachtet,
so genoss der andere hohes Ansehen.
Dieses Buch untersucht die Volksmusikkultur dieser vergangenen Tage auf der Basis von Quellen aus den Archiven Mecklenburgs. Dabei entsteht ein vielfarbiges Bild einer Musiklandschaft, die uns heute sehr fremd erscheint. Hochzeiten, Kindtaufen, Feste des Jahreslaufes wie Karneval, das Pfingstfest und die Weihnacht waren die Betätigungsfelder der Musikanten.
Dudelsäcke, Geigen, Schalmeien, Trommeln und Drehleiern gehörten zum Instrumentarium einer sehr lebendigen Volksmusik, die immer einem starken Wandel unterlag, der häufig staatlich gelenkt war.
Recht und Ordnung standen häufig im Widerspruch zur Volkskultur der Frühen Neuzeit, deren allgemeine Widersetzlichkeit in der Volksmusik Mecklenburgs ein spannungsreiches Beispiel bekommt.

Pressestimmen

Lieber Dr. Gehler,
lese gerade mal wieder Ihr Buch. Die unterhaltsamste Dissertation, die ich je in den Händen hatte. Vielen Dank für die fleißigen Recherchen in den Archiven. Für mich als Berufsmusiker mit quirligen Fingern wäre das sehr mühsam. Gerne lese ich aber die Früchte der Arbeit.
Herzliche Grüsse aus Rheinland-Pfalz
H. K., Kantor

E-Mail an den Autor, 6. Oktober 2016

Gehlers Buch ist, auch durch die lebensprallen Abbildungen von Sackpfeiferspielern und anderen Volksmusikanten, ein sinnliches, aufschlussreiches Erlebnis. Ein guter Groov, Ton getroffen.
Bert Lingnau

Kulturkalender 3/2013

Ralf Gehler ist Freunden der Bordunmusik vielleicht als Dudelsackspieler der Gruppen Kwart und Malbrook bekannt. Dass er als Historiker und Ethnologe auch weiß, wovon er spricht, legt er mit diesem sehr schön mit farbigen und schwarzweißen Abbildungen und einigen Notenbeispielen ausgestatteten Buch dar. […] Auf 270 Seiten untersucht er die instrumentale Volksmusik der Mecklenburger zwischen 1500 und 1800. Dabei stellt er die Musikanten und ihre soziale Zugehörigkeit in den Mittelpunkt, ihre musikalischen Praktiken und die unterschiedlichen Lebensbedingungen vom angesehenen Stadtmusiker bis zu niederen Spielleuten und Bierfiedlern. […] Man hat es selten, dass ein Buch sowohl einem wissenschaftlichen Anspruch gerecht wird (und mit einem umfangreichen und informativen Annex mit Quellenverzeichnissen, Bibliographie und Index aufwartet) und dabei auch noch anschaulich, höchst unterhaltsam und vergnüglich zu lesen ist.

Folker, Rezenzion 5/12

Wie man Archivquellen, historische Abbildungen und archäologische Funde im wahrsten Sinne des Wortes zum Klingen bringen kann, belegt Ralf Gehler mit seinem […] Buch, [eines] sicher bald als Klassiker und Meilenstein gehandelten Standardwerkes zur Volksmusikforschung.
Volker Janke

Mecklenburg-Magazin, 7. Mai 2012

Liebe Freunde des Borduns und der Volksmusik, hier ein Buchtip und gleichzeitig eine Bekanntmachung: Ralf Gehlers Doktorarbeit liegt jetzt als reich bebildertes, ansprechend ausgestattetes hardcoverbuch vor!
»Sackpfeifer Bierfiedler Stadtmusikanten - Volksmusik und Volksmusikanten im frühneuzeitlichen Mecklenburg«, erschienen im Schweriner Thomas Helms Verlag, entführt in eine vergangene Welt, die uns zeitlich und kulturell viel näher ist, als man anfangs beim Lesen glaubt.
Mir kam die Arbeit streckenweise wie ein guter historischer Roman vor - etwas, was zu meinem Bedauern selten ist.
In dem Buch ist viel von den Musikern selbst die Rede, davon, wo sie gespielt haben, wie es dort zuging und welchen rechtlichen Vorgaben die Musik unterworfen war. Dadurch, daß sich die Protagonisten in den untersuchten Akten selbst äußern, kann man sich oft sogar ein Bild von den Musikercharakteren machen. Durch diejeningen Quellen, die im Original zitiert werden, werden Ereignisse und Personen auf eine sehr direkte Art lebendig.
Hier sei noch kurz die Obergliederung der Arbeit erwähnt. Nach dem einführenden Kapitel folgen »Die Musikanten«, »Volksmusik und Recht«, »Die Aufwartungen« (vulgo: Zu welchem Anlass und wo wurde gemuggt? ), »Das Instrumentarium«, »Die Musik« und »Ausblick und Schlußbetrachtungen«. Unter »Instrumentarium« hat natürlich auch die Drehleier ihren Platz!
Ich hatte die Arbeit vor Drucklegung schon gelesen und wollte das Buch stolz in den Schrank stellen, ohne es mir noch einmal vorzunehmen. Jetzt lese ich es doch wieder - nicht zuletzt wegen der vielen Bildquellen, von denen ich sogar etliche mecklenburg-vorpommersche noch nicht kannte. Darunter befindet sich unter anderem eine nackte … nein, lest selbst, liebe Freunde der Drehleier !
Ralf Gehler ist Ethnologe und Neuzeithistoriker und nun auch Dr. phil. . Er arbeitet in Hagenow am Museum für Alltagskultur der Griesen Gegend. Er lebte lange Jahre als freiberuflicher Volksmusiker. Sein Instrument ist der Dudelsack. Er spielt unter anderem bei Malbrook.
Merit Zloch

Das Drehleierforum, 20. März 2012

Ralf Gehler präsentiert einen faszinierenden und wenig bekannten Teil der Kulturgeschichte des nördlichen Deutschlands, den es sehr ähnlich wohl auch in Nachbarländern wie Dänemark und dem südlichen Schweden gab. Das Buch zeigt anschaulich und auf unterhaltsame Art, wie anders die Welt für Musiker in früheren Zeiten war; es hat das Zeug, zu einem Standardwerk nicht nur der norddeutschen Volksmusikforschung zu werden.
Wolfgang Meyering

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1667841/
http://www.podcast.de/episode/17380599/%2522Sackpfeifer%252C%2BBierfiedl...

Deutschlandradio Kultur, 3. Februar 2012 · 9:33 Uhr