Die fremde Hälfte

Aufnahme und Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen in Mecklenburg nach 1945

316 Seiten, 24 x 16 cm, Hardcover, 3 Karten, Orts- und Personenregister

978-3-940207-78-4
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»Deutschlands Lebensraum ist kleiner geworden. Wir mußten eng zusammenrücken, und gerade Mecklenburg – vor dem Kriege ein sehr dünn besiedelter Raum – öffnete sein Land weit, um die Scharen von Flüchtlingen, die vielen Umsiedler aus zerstörtem und verlorenem deutschen Boden aufzunehmen. Alle diese deutschen Menschen sollen und wollen hier eine neue Heimat finden.«

Friedrich Burmeister (CDU), Minister für Arbeit und Sozialwesen in Mecklenburg, 1947

 

Das Zitat verdeutlicht die wichtigste regionale Eigenheit der Nachkriegsgesellschaft Mecklenburgs: die große Anzahl der Flüchtlinge und Vertriebenen. Zwar war ganz Deutschland von den Folgen der millionenfachen Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung betroffen, doch kein anderer Landesteil nahm im Verhältnis zur Altbevölkerung so viele Menschen auf. 

Fast jeder zweite Einwohner hatte vor dem Zweiten Weltkrieg noch nicht in Mecklenburg oder Vorpommern gelebt, sondern stammte ursprünglich aus den deutschen Ostgebieten oder aus anderen Teilen Südosteuropas wie Wolhynien, Bessarabien oder der Slowakei.

Diese ›fremde Hälfte‹ der Bevölkerung sollte die Entwicklung des Landes von nun an maßgeblich mitgestalten, den schwierigen Weg dahin dokumentiert Mirjam Seils auf eindrückliche Art und Weise.

Pressestimmen

[…] Flucht und Vertreibung in Deutschland wurden zwar wissenschaftlich ausführlich untersucht. Für Mecklenburg aber fehlte eine solche Darstellung. Mirjam Seils, heute Lehrerin in Hamburg, hat dies in ihrer Doktorarbeit an der Rostocker Universität nachgeholt mit dem Titel „Die fremde Hälfte“ (Thomas Helms Verlag, Schwerin). Zuvor hatte sie sich in ihrer Examensarbeit mit der Flüchtlingspolitik in Rostock beschäftigt. Mirjam Seils räumt mit der bis heute zu hörenden These auf, dass Bodenreform und Werftenaufbau dazu gedient hätten, den Vertriebenen eine neue Existenz zu ermöglichen. Für beides hatte es vielmehr politische Gründe gegeben. Die Macht der „Junker“ sollte gebrochen werden, und der Schiffbau in den Werften geschah auf Anweisung der sowjetischen Besatzungsmacht - um Reparationszahlungen leisten zu können.
Frank Pergande

FAZ, 26. Oktober 2012