20 Jahre Arbeitsgemeinschaft Kirchengeschichte der Pommerschen Evangelischen Kirche

16 x 24 cm, 96 Seiten, Broschur;
36 Abbildungen

978-3-931185-00-8
Preis:12,40 €

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Schon während der Zeit der DDR bemühte sich die Arbeitsgemeinschaft für Kirchengeschichte der Landeskirche Greifswald, die pommersche Geschichte im Bewusstsein zu bewahren. Nach 1990 entstand daraus ein gemeinnütziger Verein. Das Buch legt Rechenschaft ab über die unzähligen Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaft.

Pressestimmen

In dem 96seitigen Buch wird nicht nur ein Stück pommersche Regionalgeschichte aufgerarbeitet, sondern »unter der hand« werden Fäden gesamtdeutscher Entwicklung aus den letzten Jahrzehnten sichtbar. Das macht diese Arbeit über den territorial-geschichtlichen Anlaß hinaus zu einem Beitrag über die jüngste deutsche Vergangenheit.

Böhme-Zeitung - 21. Juli 1995

Erst auf den zweiten Blick werden Verfasser und Charakter dieses äußerst instruktiven Einblicks in ein Feld ›DDR-Landeskirchengeschichte‹ deutlich: Untertitel - »ein persönlicher Rückblick« - und Autor muß man sich aus dem (Impressum,) Inhaltsverzeichnis, der Überschrift und der Seite 95 - »Levenhagen, im März 1995 Norbert Buske« - holen. Der lange Jahre an der Greifswalder Theologischen Fakultät für die Territorialkirchengeschichte zuständige Verfasser bringt natürlich die mit der 1968 erzwungenen Namensänderung - »Pommern« hatte zu verschwinden - etablierte Namensgebung wieder in Ordnung. Ein gutes Begleitheft zu den 1994 ins Leben gerufenen »Beiträgen zur pommerschen [...] Kirchen [...] geschichte« liegt hier vor: Rückschau bis in die Anfänge pommerscher Kirchengeschichtsschreibung haltend (S. 6-15), die 70er und 80er Jahre darstellend (S. 15-32) sowie daran anschließend die Tätigkeitsfelder im einzelnen beleuchtend. Es ist dies eine insgesamt spannende Lektüre. Norbert Buske kann nicht und will nicht als objektiver Beobachter Daten und Fakten anhäufen - auch in dieser Hinsicht freilich wird man nicht enttäuscht! -, er hat den Untertitel bewußt gesetzt und gelegentlich nochmals ausdrücklich diesen noch gar nicht zu vermeidenden Charakter einer historiographischen Darstellung von Landeskirchengeschichtsaktivitäten 1971-1994 unterstrichen (z.B. S. 30f.). Die Leserschaft weiß,woran sie ist, der Verfasser enthält sich unangenehm wirkender selbstrühmender wie (selbst)anklagender Ergüsse und gibt seiner Darstellung doch ein erkennbares Profil. ›Tun was möglich ist, und das so effektiv wie möglich.‹ So könnte ich die Devise N. Buskes formulieren, unter der er so etwas wie eine ›Summe‹ von gut zwei Jahrzehnten Arbeitsgemeinschaft Kirchengeschichte der Pommerschen Evangelischen Kirche zieht.
Es braucht nun nicht rekapituliert werden, was zur Gründung und Konsolidierung der Arbeitsgemeinschaft 1971 geführt hat, wie die Gründungsmitglieder zusammengesetzt waren, welche Publikationsvorhaben angegangen werden konnten - 1978 erst war das erste Projekt möglich -, welch geschickter Schachzug die Bildung von Leitungskreis, Arbeitsgemeinschaft und Freundeskreis gewesen ist, wie 'zeitnah' gearbeitet wurde - Jubiläen wurden langfristig vorbereitet und vielschichtig 'zelebriert'! -, wie gezielt "ökumenische" Möglichkeiten als »Studientagungen für Kirchengeschichte« angegangen wurden (1981 bis 1991 sechs Mal), wie klug scheinbar ›unverfängliche‹ Arbeitszweige in die kirchengeschichtliche Arbeit eingebunden wurden oder umgekehrt - wer wollte dies heute so genau rekonstruieren? -: die Denkmalspflege, das Archivwesen, Bau- und Kunstgeschichte, Fotografie (Thomas Helms hat hier großen Einsatz geleistet) etc. Wie gesagt, hier ist und bleibt die Darstellung eingefärbt auch von dankbaren Erinnerungen an viel ›stilles Einverständnis‹ von mancherlei Seite (man vergleiche nur den Hinweis auf die »Ostsee-Zeitung« S. 66 Anm. 41), von der es offiziell nicht kommen konnte, weil nicht durfte (S. 13 [»heimlich begleitet«], 52). Wichtig sind auch die Anregungen der pommerschen Kirchengeschichte für die allgemeine Landesgeschichte (S. 56). Gut, daß an die ehemaligen Modalitäten der Publikationstätigkeit erinnert wird, daß das Presseecho nicht übergangen wird - hoffentlich sind die umfangreichen, von N. Buske ausgewerteten Bestände archiviert (S. 66 Anm. 42f.) -, und daß schließlich die Umbruchsphase kurz in Blick genommen wird. All das ist so weit wie nötig belegt, ermöglicht weiteres Nachfragen und Eindringen in die Thematik und stellt insgesamt einen respektablen Versuch der Selbstklärung über diese Epoche der Territorialkirchengeschichte Pommerns dar. Nachahmungen seien dringend angeregt!
Letzteres möchte ich besonders hinsichtlich der großen Dokumentation der Tagungen in eigener Verantwortung wie der Mitwirkung bei anderen Unternehmungen und v.a. der Veröffentlichungszusammenstellungen (S. 87-91) unterstreichen. Das ist eine Fundgrube! Und freilich: Dieser Überblick über die Veröffentlichungen läßt den Wunsch laut werden, daß die vielen versteckt (u.a. in Amtsblättern!) und verstreut erschienenen Beiträge, wie auf S. 63 Anm. 38 ausdrücklich dargestellt, in einer Bibliographie zur Kirchengeschichte Pommerns 1945-1995 zusammengestellt werden. Schon die vorliegende Publikation bietet dafür die entscheidenden Hinweise - etwa zum Kirchenkampf (S. 57 Anm. 35).
Schließlich bleibt noch der Hinweis, daß hier die wesentlichen Vorarbeiten für die Darstellung der Arbeitsgemeinschaft Kirchengeschichte der Pommerschen Evangelischen Kirche in dem vorbereiteten »Handbuch Deutsche Landeskirchengeschichte« bereits geleistet sind. Dieses Handbuch soll jeweils ein Porträt von ca. 15 Druckseiten der territorial-kirchengeschichtlichen Arbeitsgemeinschaften bieten - bei einer auf dem zweiten landeskirchengeschichtlichen Symposium in Hannover vorgestellten und akzeptierten Grobstruktur. In vorliegendem Rechenschaftsbericht, mit einem vorzüglichen Personenregister versehen, findet man fast alle für jenes Porträt im »Handbuch Deutsche Landeskirchengeschichte« nötigen Angaben - von bestimmten Einzelheiten zu früheren, prägenden Gestalten und zu Satzungen etc. abgesehen. Die Arbeitsgemeinschaft Kirchengeschichte der Pommerschen Evangelischen Kirche hat 1984 mit dem Band »Territorialkirchengeschichte. Entwicklung - Aufgaben -Beispiele« sehr deutlich ihre landeskirchengeschichtliche Kompetenz zum Ausdruck gebracht (s. meine Rezension in ZBKG 1985). Ich wünsche sehr aus den rund 20 territorialkirchengeschichtlichen Vereinen eine vergleichbare Förderung des Projekts »Handbuch Deutsche Landeskirchengeschichte«.
Dietrich Blaufuß

Jahrbuch der Gesellschaft für niederdeutsche Kirchengeschichte.

Mit Akribie, Übersicht und Blick fürs Wesentliche zeichnet der Verfasser den Weg der Arbeitsgemeinschaft nach und skizziert auch deren Vorgeschichte, die mit den Lebensbeschreibungen des Apostels der Pommern Bischof Otto I. von Bamberg und deren erster Landesgeschichte von Johannes Bugenhagen begann.
HK

Die Kennung - 2/1995

Darin wird nicht nur ein Stück pommersche Regionalgeschichte aufgearbeitet, sondern unter der Hand werden Fäden gesamtdeutscher Entwicklung aus den letzte Jahrzehnten sichtbar. Das macht dieses Buch über den territorial-kirchngeschichtlichlichen Anlass hinaus zu einem Beitrag über die jüngste deutsche Vergangenheit.
Heinrich Kröger

Die Harke - 14. Oktober 1995